Regionalliga Bayern · TSV Landsberg
TSV: Erster Punkt da, aber „Dolle“ weg – zu 1860!

Landsberg – Da ist er, der erste Regionalliga-Punkt in der 144-jährigen Vereinsgeschichte des TSV Landsberg. Die Truppe von Trainer René Schröder (36) holte am Freitag vor der erneut tollen Kulisse von 1033 Zuschauern im Sportzentrum ein 2:2 (0:1) gegen den FV Illertissen – „letztlich ein gerechtes Ergebnis“, befand der Coach, der sich allerdings über die „Schlafmützigkeit“ bei den Gegentoren ärgerte.
Die große Überraschung schon vor dem Anpfiff von FIFA-Schiedsrichterin Davina Lutz (31): Stürmer Luca Dollinger stand wie schon in Augsburg nicht im Kader des TSV, sondern in Zivil am Spielfeldrand. Und verabschiedete sich nach dem Abpfiff von seinen jetzt ehemaligen Mitspielern. Der „Löwen-Knaller“ des 19-jährigen Torjägers (48 Treffer in der vergangenen Saison in der Ersten, Zweiten und U19): Dollinger wechselt mit sofortiger Wirkung zur Zweiten des TSV 1860 München in die Bayernliga. „Ich will den nächsten Schritt machen“, so die Begründung des Youngsters, der in der Landsberger Regionalliga-Elf wohl wenig Einsatzminuten bekommen hätte. „Dolle“ unterschrieb für ein Jahr und trifft bei 1860 II auf alte TSV-Bekannte: auf Trainer Chris Rech, Torwart Stefan Musa und Stürmer Fares Ibrahim. Erster Einsatz am kommenden Freitag gegen Hankofen-Hailing.
Die Landsberger kontrollierten am Freitag in Halbzeit eins das Spiel, ohne zu großen Chancen zu kommen. Bis zur 40. Minute stand die Null, dann verursachte Keeper Leo Leimeister mit ungestümem Einsteigen einen Foulelfmeter, den Denis Milic sicher zum 1:0 für die Gäste verwandelte (40.). Es sah so aus, als könnte sich der 0:1-Auftakt gegen Memmingen wiederholen.
Doch nach der Pause brachte Schröder den Mann, der auf Anhieb bei seinem Debüt im TSV-Dress für frischen Wind sorgte und zum belebenden Element im Landsberger Spiel wurde: Halit Yilmaz. Der Neuzugang aus Fürth ließ erahnen, warum er vor ein paar Jahren schon vor dem Sprung in den Profifußball stand. Schwer vom Ball zu trennen, gleich im Spiel, schöne Kombinationen mit Furkan Kircicek – das passte sofort. Aber erst mal ließ ein anderer die Fans jubeln: Flanke Kilian Pittrich, Kopfball Tiziano Mulas – das 1:1 (71.).
Nur zwei Minuten später wurde Yilmaz im Strafraum gefoult. Er schnappte sich sofort den Ball und verwandelte sicher zur 2:1-Führung. „Im ersten Spiel gleich einen Elfmeter verwandeln – das zeugt von gutem Selbstvertrauen. Halit hat das umgesetzt, was wir von ihm verlangt haben, und richtig gute Aktionen gehabt“, so Schröder. Schon sicher: Der 22-jährige Mittelfeld-Zauberer wird Landsberg noch viel Freude bereiten.
Schade, dass die Führung nicht zu drei Punkten reichte. Durch die zweite „Schlafmützigkeit“ in der Abwehr konnte Elidon Qenaj in der 78. Minute ausgleichen. Zwei Riesen-Siegchancen noch durch Daniele Sgodzaj (81.) und Fynn Heinze (kam wegen seines Bänderrisses erst in der 85. Minute), ein Foul an Yilmaz, das schwer nach einem weiteren Elfmeter „roch“ – dann war „ein unterhaltsames Spiel“ (der Hachinger Ex-Bundesliga-Profi Ralf Bucher, der unter den Zuschauern war) vorbei. Dritter Anlauf, erster Punkt – das macht Mut, auch wenn nach der 2:1-Führung sicher mehr drin war.
Man merkte Schröder nach dem Spiel an, dass ihn die vermeidbaren Gegentore so richtig wurmten: „Bitter, zumal wir nach dem 0:1 mit dem tollen Doppelpack richtig gut ins Spiel zurückgekommen sind.“ Und Kircicek blickte gleich wieder nach vorne (am Freitag geht’s zu Greuther Fürth II, dann kommt Eichstätt): „Schade! Aber wir werden uns ganz sicher noch belohnen.“
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